Schutzschirm für Kinderseelen: Resilienz im Fokus
28/02/2025
Im Rahmen unseres Blickpunktthemas möchten wir uns als Nächstes mit den Fragen „Was ist Resilienz?“ und „Wo finden sich relevante Schutzfaktoren für die Psyche?“ befassen. Mehrere Studien zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen machten zuletzt deutlich, dass Ansätze zur Gesundheitsförderung die Stärkung von Ressourcen mit einbeziehen sollten.
Unterstützt durch das Modell der Salutogenese* hat die Analyse von psychosozialen Schutzfaktoren dabei in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. In diesem Rahmen kam auch dem Begriff Resilienz eine größere Rolle zu.
Resilienz: Eine Annäherung an den Begriff
Erste Forschungen zum Thema Resilienz begannen bereits 1955 auf der hawaiianischen Insel Kauai. Entwicklungspsychologin Emmy Werner begleitete die Entwicklung dort geborener Kinder 32 Jahre lang. Damit legte sie den wissenschaftlichen Grundstein für das heute so wichtige Forschungsfeld.
Der Begriff Resilienz leitet sich von dem englischen Wort „resilience“ ab. Übersetzt bedeutet es unter anderem Spannkraft und Elastizität. Resilienz ist kein festes Charaktermerkmal. Vielmehr gilt Resilienz als die Aufrechterhaltung oder rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während und nach schwierigen Lebensphasen. Im Zentrum stehen eine positive Entwicklung und Anpassungsfähigkeit in einem herausfordernden Alltag.
Resilienz ist ein komplexes Zusammenspiel aus Merkmalen von Menschen und ihrer Lebensumwelt. Folgende Eigenschaften zeichnen Resilienz aus:
> Resilienz ist ein dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess
> Resilienz ist eine variable Größe
> Resilienz ist situationsspezifisch und multidimensional
Resilienz lässt sich auf vielfältige Weise erfassen. Das liegt daran, dass eine gelungene Anpassung je nach Situation sehr unterschiedlich aussehen kann. Es kann zum Beispiel sein, dass ein Grundschulkind im Unterricht grundsätzlich besser mit Stress umgehen kann als zuhause im familiären Umfeld – oder andersherum.
Schutzfaktoren für eine gesunde Psyche
Um die Resilienz und psychische Gesundheit von jungen Menschen zu stärken, sollte der Blick vor allem auf relevante Schutzfaktoren gerichtet werden. Schutzfaktoren sind vielfältig. Sie lassen sich hauptsächlich in folgenden drei Bereichen finden:
> Personale Schutzfaktoren: zum Beispiel Eigenschaften, Fertig- und Fähigkeiten eines Kindes, die sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken
> Familiäre Schutzfaktoren: zum Beispiel Merkmale von Beziehungen zu Familienmitgliedern, die sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken
> Umfeldbezogene Schutzfaktoren: zum Beispiel Merkmale des Umgangs mit Bezugspersonen und Menschen aus dem Umfeld, die sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken
Mehr Informationen zu den Schutzfaktoren der drei genannten Bereiche erfahren Interessierte in den nächsten Monaten in weiteren Beiträgen zu unserem diesjährigen Blickpunktthema „Alles gut? – Was junge Menschen psychisch stark macht“.
* Salutogenese ist ein Modell, das die Entstehung von Gesundheit erklären soll.
Quellen:
Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) – https://lir-mainz.de/resilienz (Seitenaufruf: 27.02.2025)
Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 35, Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen – Stand der Forschung zu psychosozialen Schutzfaktoren für Gesundheit, Köln, BZgA, 2009
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