Nicht hören, sondern horchen

Unser Ohr zählt zu den wichtigsten Sinnesorganen des menschlichen Körpers. Mit dem Ohr nehmen wir nicht nur Töne und Geräusche wahr, sondern es steuert auch unseren Gleichgewichtssinn und ist für die räumliche Orientierung zuständig. Mit Hilfe der Horchmethode nach Tomatis werden darum auch Beschwerden behandelt, wie Gleichgewichtsstörungen, unkoordinierte Körperbewegungen, schlaffe Körperhaltung, nervöse Unruhe, schlechtes Rhythmusgefühl etc.

Professor Tomatis, ein französischer Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren-Medizin, entwickelte auf der Basis seiner Studien eine spezielle Horchpädagogik. Das Hören ist ein unbewusster Vorgang, der nicht immer wahrgenommen wird. Aktives Zuhören, das Horchen, ist hingegen ein durch den Willen gesteuerter Vorgang. Dank der Mittelohrmuskeln können wir „die Ohren spitzen“, dabei konzentriert sich das Ohr auf bestimmte akustische Reize und blendet störende Geräusche aus.

Wer horchen kann, ist aufmerksam, wach und konzentriert. Meistens zeigen nur Verhaltensauffälligkeiten, wenn die Fähigkeit oder der Wille zum Horchen beeinträchtigt ist.
Aus dieser mangelnden „Horchbereitschaft“ können erhebliche Konsequenzen für die Kommunikationsfähigkeit resultieren sowie Verhaltens- und Lernschwierigkeiten auftreten.

In der Tomatis-Therapie gibt ein Horchtest Aufschluss darüber, wie der Patient seine meist normale Hörfähigkeit im Alltag zum Horchen einsetzt und wo seine Schwierigkeiten liegen. Danach folgt ein regelmäßiges Horchtraining, wichtiges Hilfsmittel ist das „Elektronische Ohr“, eine Art Kopfhörer für spezielle Tonfrequenzen. Das Ziel einer Tomatis-Therapie besteht darin, das Horchvermögen anzuregen und zu verbessern. Dadurch sollen sich auch das allgemeine Befinden, die Körperhaltung, die Stimme und die Sprachfähigkeit positiv verändern.

Der neunjährige Jan ist in seiner Motorik und Kommunikationsfähigkeit stark eingeschränkt, nach einer Tomatis-Therapie verbessert sich nun langsam seine Sprachfähigkeit und auch motorisch hat er sich weiterentwickelt. Aktion Hilfe für Kinder unterstützt Jan bei der Finanzierung einer weiteren Tomatis-Therapie, um an diesen Fortschritten anzuknüpfen.